Für mich bedeutet Fotografieren nicht nur, schöne Bilder zu machen, sondern kennenzulernen, zuzuhören und aufmerksam zu beaobachten.

Alessandro Vanucci, Fotograf in Siem Reap, Cambodia

Warum ich auf den Auslöser drücke

Klar, da gibt es natürlich Fotos, die eine Erinnerung festhalten sollen. Meistens geht es dann um Begegnungen, um Menschen, um erlebte Stimmungen.

Interessanter finde ich jedoch das, was sich als plötzliche Wahrnehmung dem Auge aufdrängt und verstanden werden will:

  • Wenn die Natur das „künstliche“ Werk der Menschenhand zurückgewinnt, überlagert, unkenntlich macht;
  • wenn die Schönheit der Geometrie sich in Mustern und Strukturen darstellt, seien es Formen, Flächen, Linien oder Farben;
  • wenn ich im Chaos, in der Nicht-Ordnung eine ganz eigene Ästhetik entdecke.

 Wann ich auf den Auslöser drücke

Oft geschieht das ganz spontan, ohne langes Nachdenken. Das sind meistens die Erinnerungsfotos, aber auch das unerwartete Motiv am Wegesrand, in den Wolken, auf einer Fassade.

Oft bin ich auch auf der Suche, habe allerdings keine Ahnung davon, was ich finden werde, bis der richtige „Augen-Blick“ da ist.

Und dann arrangiere ich mein Bild, indem ich mich arrangiere. Das Objekt, das ich durch das Objektiv (!) betrachte, lasse ich unangetastet. Immer bin ich es, der sich bewegt, sich annähert, den Blickwinkel ändert.

Was dabei herauskommt

Ja, ich benutze ein Bildbearbeitungsprogramm, ausschließlich zum Zuschneiden, Begradigen und zur moderaten Helligkeitskorrektur. Niemals wende ich einen vorgefertigten sogenannten Stil an, das wäre in meinen Augen Verrat am Gegenstand/Bild und Manipulation der Betrachtung.

Dann ordne ich zu, wobei das nicht immer so ganz trennscharf ist:

  • Menschen,
  • Natur,
  • Muster, Strukturen, Farben,
  • Experimente.